Bekannte Revolverhelden des Wilden Westens und spektakuläre Ereignisse mit Billy the Kid, Wild Bill Hickcok, Wyatt Earp, Jesse James, Sundance Kid, Butch Cassidy und anderen.
Kein Bild aus dem amerikanischen Westen ist so tief verwurzelt wie die Darstellung des Revolverduells:
Zwei Männer, die Hände lose über dem Revolvergriff, gehen aufeinander zu, um festzustellen, wer schneller ziehen und schießen kann. Dann eine jähe, kaum wahrnehmbare Bewegung, zwei nahezu gleichzeitig fallende Schüsse, und ein Mann geht, von der ersten Kugel getroffen, zu Boden. Eine gängige Variation dieses Mythos ist auch der Revolvermann, der seinem Gegenüber in die Hand schießt oder als echter Sportsmann den Wiedersacher sogar zuerst ziehen läßt.

Bei einem echten Gunfight hingegen kam es vor allem auf die Treffsicherheit, nicht jedoch auf die Schnelligkeit an. Häufig trugen die Revolvermänner ihre Waffe nicht einmal im Holster. Man steckte den Revolver in die Gesäßtasche, in den Hosenbund oder die Jackentasche, und fast immer zog man ein Gewehr oder eine Schrotflinte der Faustfeuerwaffe vor. Vornehmliches Ziel einer Schießerei war es nicht, den anderen Mann zuerst oder an der richtigen Stelle zu treffen, sondern ihn überhaupt zu treffen. Die Schnelligkeit beim Ziehen spielte keine Rolle.
Dem Gunfighter des amerikanischen Westens wurden so viele Todesschüsse zugeschrieben - von den einundzwanzig Opfern eines Billy the Kid ("Mexikaner nicht eingerechnet") bis hin zu John Wesley Hardin, der mehr als vierzig Menschen getötet haben soll.
Die meisten Gunfighter aber töteten im Laufe ihrer "Karriere" nur wenige Männer. Bat Masterson zum Beispiel brachte nur einen Mann um und war nur gerade an drei Schießereien beteiligt. Es gibt keinerlei gesicherte Hinweise darauf, daß Billy the Kid mehr als vier Männer auf dem Gewissen hatte, und J.W.Hardin tötete aller Wahrscheinlichkeit nach ebenfalls ein knappes Dutzend Menschen.
Der typische Gunfighter feuerte seine Waffe nur gelegentlich auf andere Männer ab, und zu Todesfällen kam es dabei höchst selten.
